Der Stammbaum des Loki führt von seinen Eltern Farbauti und Laufey zu einer ungewöhnlichen Nachkommenschaft: Zu ihr gehören der Wolf Fenrir, die Midgardschlange Jörmungandr, die Totenherrscherin Hel und das achtbeinige Pferd Sleipnir. Hinzu kommen Söhne, die in der Geschichte von Lokis Bestrafung auftreten. Diese Familie verbindet die Gemeinschaft der Asen mit den Riesen, dem Totenreich und den Ereignissen der Ragnarök. Dabei nimmt der Gott Loki unterschiedliche Elternrollen ein. Während er mehrere Kinder als Vater zeugt, bringt er Sleipnir in Gestalt einer Stute selbst zur Welt. Eine übersichtliche Darstellung muss diese Beziehungen ebenso berücksichtigen wie abweichende Namen in den Quellen.
Die wichtigste zusammenhängende Darstellung bietet die Snorra-Edda, die im mittelalterlichen Island entstand und ältere mythologische Stoffe verarbeitet. Ergänzend liefern die Gedichte der Lieder-Edda einzelne Verwandtschaftsangaben und Hinweise auf gemeinsame Erzählungen. Beide Sammlungen bilden jedoch kein widerspruchsfreies Familienregister. Besonders bei Nari, Narfi und Váli unterscheiden sich Namen und Rollen. Auch die Nähe Lokis zu Odin lässt sich nicht als gewöhnliches Vater-Sohn-Verhältnis verstehen. Der Stammbaum ordnet deshalb ausdrücklich genannte Vorfahren und Nachkommen, während zusätzliche Beziehungen gesondert erläutert werden. Für die nordische Mythologie ist diese Unterscheidung wesentlich: Herkunft, Blutsbrüderschaft, Ehe und Zugehörigkeit zur Göttergemeinschaft bezeichnen jeweils etwas anderes.
Lokis Vater und Mutter
Býleistr und Helblindi werden als Lokis Brüder genannt. „Laufey / Nál“ bezeichnet dieselbe Mutter unter zwei Namen.
Vater und Mutter
Vater und Mutter
Namensformen in Gylfaginning 33
Loki als Mutter, Svadilfari als Vater
Odins achtbeiniges Pferd
Grundlage: Snorra-Edda, Gylfaginning 33, 34, 42 und 50. „+“ verbindet die jeweiligen Eltern; Linien führen zu ihren Kindern. Loki wird in den drei Familienzweigen wiederholt. Odin gehört als Blutsbruder und Besitzer Sleipnirs nicht in die Elternreihe.
Lokis Eltern: Farbauti und Laufey
Snorri Sturluson nennt in der Gylfaginning Farbauti als Vater und Laufey oder Nál als Mutter Lokis. Farbauti wird ausdrücklich als Riese, altnordisch jötunn, bezeichnet. Bei Laufey ist die Einordnung in dieser Passage weniger ausführlich. Ihr zweiter Name darf nicht als Hinweis auf eine zusätzliche Mutter gelesen werden. Auch weiter zurückreichende Vorfahren ergeben sich aus dieser Vorstellung Lokis nicht: Die Stelle nennt weder seine Großeltern noch eine vollständige Ahnenreihe. Für einen quellenbezogenen Stammbaum endet der gesicherte Ausgangspunkt hier. Die Gestalten lassen sich benennen, ohne aus ihrer knappen Erwähnung eine Lebensgeschichte oder eine ausführlich überlieferte Familienchronik abzuleiten.
Besonders bekannt ist die Bezeichnung Loki Laufeyjarson, also Loki als Sohn der Laufey. Sie stellt den Namen seiner Mutter heraus und begegnet auch dort, wo Farbauti nicht ausdrücklich erwähnt wird. Ein solcher Beiname dient innerhalb der Dichtung und Prosa zur Identifizierung derselben Figur. Warum gerade diese Benennung verwendet wird, lässt sich nicht allein aus dem Namen zuverlässig erklären. Sie macht Laufey weder zu einem männlichen Elternteil noch Farbauti zu einer späteren Erfindung. Der Gott Loki wird außerdem mit dem Namen Loptr beziehungsweise Loftr bezeichnet. Diese unterschiedlichen Benennungen erweitern seine Verwandtschaft nicht, sondern gehören zum überlieferten Namensbestand derselben Gestalt.
Die Brüder Býleistr und Helblindi – und die Verbindung zu Odin
Býleistr und Helblindi erscheinen bei Snorri als Lokis Brüder. Über ihre eigenen Lebenswege, Partnerinnen oder Kinder enthält die betreffende Passage keine weiteren Angaben. Für die Darstellung ihrer Geschwisterbeziehung genügt deshalb eine gemeinsame Generation neben Loki. Býleistr begegnet darüber hinaus in der Völuspá: Loki wird dort im Zusammenhang mit dem kommenden Endkampf als dessen Bruder bezeichnet. Eine solche Verwandtschaftsbezeichnung kann innerhalb eines Gedichts dieselbe Funktion erfüllen wie ein Eigenname. Der Hinweis bestätigt ihre Bedeutung für Lokis dichterische Identifizierung, liefert aber noch keine zusätzliche Geschichte über Býleistr. Für Helblindi bleibt ebenfalls die ausdrücklich genannte Bruderschaft der entscheidende Anhaltspunkt.
Anders liegt die Beziehung zu Odin. In der neunten Strophe der Lokasenna erinnert Loki ihn daran, dass beide einst ihr Blut vermischt hätten. Diese Aussage wird als Blutsbrüderschaft verstanden: Loki beruft sich auf eine besondere Bindung und einen Anspruch auf gemeinsame Bewirtung. Die Strophe nennt Odin damit nicht als leiblichen Vater. Ebenso wenig ergibt sich daraus eine biologische Geschwisterschaft zwischen Loki und Thor. Dass Loki zur Gemeinschaft der Asen gerechnet wird und mit ihren Mitgliedern handelt, betrifft seine soziale und erzählerische Stellung. Seine ausdrücklich benannten Eltern bleiben davon unberührt. Ein Stammbaum muss diese Verbindung daher anders kennzeichnen als eine Abstammungslinie.
Angrboda und die drei bekanntesten Kinder Lokis
Mit der Riesin Angrboda hat Loki nach der Gylfaginning drei Kinder: Fenrir, Jörmungandr und Hel. Sie bilden eine Geschwistergruppe, obwohl ihre Gestalten grundverschieden sind. Der Wolf, die gewaltige Schlange und die Herrscherin eines Totenreichs lassen sich nicht nach menschlichen Familienbildern ordnen. In Snorris Erzählung wachsen sie zunächst in Jötunheim auf. Die Götter erfahren von ihnen und erwarten aufgrund von Weissagungen großes Unheil. Daraufhin werden die drei vor Odin gebracht und voneinander getrennt. Ihre Herkunft erklärt innerhalb dieser Geschichte die Furcht der Asen; sie wird zugleich zum Ausgangspunkt für unterschiedliche Aufenthaltsorte und Aufgaben in der mythologischen Welt.
Jörmungandr wird ins Meer geworfen und wächst so sehr, dass er die bewohnte Welt umschließt. Hel erhält die Herrschaft über die ihr zugewiesenen Toten, während Fenrir bei den Asen bleibt. Der Name Hel bezeichnet zudem ein Totenreich; je nach Text muss deshalb zwischen Ort und handelnder Gestalt unterschieden werden. Lokis Tochter ist die Person, die in der Erzählung über Balder über dessen mögliche Rückkehr verfügt. Ihre Abstammung verbindet sie mit Loki, ihre Aufgabe wird jedoch durch die Herrschaft über die Toten bestimmt. Aus der gemeinsamen Elternschaft folgt somit keine gleichartige Rolle aller drei Geschwister.
Fenrir und Jörmungandr: Nachkommen im Konflikt mit den Asen
Fenrirs Geschichte verbindet Wachstum, Misstrauen und Fesselung. Als seine Kraft den Göttern bedrohlich wird, versuchen sie, ihn zu binden. Die zunächst verwendeten Fesseln zerreißt er; erst das unscheinbar wirkende Band Gleipnir hält ihn fest. Damit der Wolf dem Versuch zustimmt, legt Tyr als Sicherheit seine Hand in dessen Maul und verliert sie, als die Fessel nicht gelöst wird. Bei den Ragnarök kommt Fenrir frei und tötet Odin, bevor Vidar ihn erschlägt. Lokis Sohn wird dadurch zum unmittelbaren Gegner seines Blutsbruders. Der Stammbaum macht die Nähe dieser Figuren sichtbar, während die Erzählung zeigt, wie wenig Verwandtschaft und Bündnisse dauerhaften Frieden garantieren.
Die Midgardschlange ist dagegen vor allem mit Thor verbunden. Sie gehört als Jörmungandr zu Lokis Nachkommen, begegnet dem Donnergott aber als gewaltiger Gegner. Ihr Kampf erreicht bei den Ragnarök seinen tödlichen Abschluss: Thor erschlägt die Schlange und stirbt anschließend selbst an ihrem Gift. Die Geschwister Fenrir und Jörmungandr wirken damit an verschiedenen Punkten des Untergangsgeschehens. Die folgende Tabelle ergänzt den Stammbaum des Loki um diese erzählerischen Rollen. Sie trennt die Abstammung von der späteren Funktion der Kinder, denn eine Familienverbindung erklärt zunächst, wer zu wem gehört. Welche Bedeutung daraus entsteht, wird erst durch die einzelnen Mythen und ihre jeweilige Fassung erkennbar.
| Nachkomme | Rolle und Schicksal | Quellenhinweis |
|---|---|---|
| Fenrir | Wird mit Gleipnir gefesselt; tötet bei den Ragnarök Odin und wird von Vidar erschlagen. | Gylfaginning 34 und 51. |
| Jörmungandr | Umschließt als Midgardschlange die Welt; Thor tötet sie und erliegt ihrem Gift. | Gylfaginning 34 und 51. |
| Hel | Herrscht über ein Totenreich und stellt eine Bedingung für Balders Rückkehr. | Gylfaginning 34 und 49. |
| Sleipnir | Achtbeiniges Pferd Odins; trägt Hermod auf seiner Reise zu Hel. | Gylfaginning 42 und 49. |
| Nari / Narfi | Bei Snorri Sohn Sigyns; seine Tötung ist mit Lokis Fesselung verbunden. | Gylfaginning 33 und 50; abweichende Namenverteilung in der Schlussprosa der Lokasenna. |
| Váli | In Snorris Fesselungserzählung zum Wolf verwandelt; tötet seinen Bruder Narfi. | Gylfaginning 50. Von Odins gleichnamigem Sohn zu unterscheiden; die Mutter wird hier nicht genannt. |
Sigyn und der Sohn Nari oder Narfi
Sigyn wird bei Snorri ausdrücklich als Lokis Ehefrau vorgestellt. Der isländische Geschichtsschreiber formuliert in der Gylfaginning 33 knapp, in eigener deutscher Übersetzung: Seine Frau heißt Sigyn, ihr Sohn Nari oder Narfi.
Diese Stelle benennt eine Ehe und einen gemeinsamen Sohn, dessen Name in zwei Formen angegeben wird. Für diesen Teil der Genealogie ist die Zuordnung eindeutig. Weniger ergiebig ist der Text für eine ausführliche Geschichte Sigyns: Eine Schilderung ihrer ersten Begegnung mit Loki, ihrer Hochzeit oder ihres familiären Alltags gehört nicht zu dieser Passage. Ihre wichtigste Handlung folgt vielmehr in der Erzählung über die Bestrafung ihres Mannes.
Nach Lokis Gefangennahme wird er mit den Eingeweiden seines getöteten Sohnes gefesselt. Über seinem Gesicht wird eine Giftschlange angebracht, deren Tropfen Sigyn mit einer Schale auffängt. Muss sie das Gefäß leeren, trifft das Gift Loki; seine heftigen Bewegungen erklären in der Erzählung die Erdbeben. Sigyn erscheint damit als handelnde Ehefrau, die sein Leiden begrenzt, ohne die Fesselung aufheben zu können. Der familiäre Zusammenhang ist für die Härte der Strafe entscheidend: Der Körper eines Kindes wird zum Mittel der Bestrafung des Vaters. Die Szene verbindet die Zerstörung einer Familie mit der fortbestehenden Bindung zwischen den Ehepartnern und bleibt deshalb weit mehr als eine beiläufige Verwandtschaftsangabe.
Warum Nari, Narfi und Váli nicht einfach zusammengezählt werden können
In der Gylfaginning 50 nennt Snorri die Söhne Váli und Nari oder Narfi. Die Asen verwandeln Váli in einen Wolf, der seinen Bruder Narfi zerreißt. Die Schlussprosa der Lokasenna verteilt die Namen dagegen anders: Loki wird mit den Eingeweiden Naris gebunden, während Narfi zum Wolf wird. Was bei Snorri zwei Namensformen eines Sohnes sind, erscheint hier als Unterscheidung zweier Söhne. Die Forschung behandelt diese Abweichung als Problem der Textüberlieferung und ihrer Verarbeitung. Aus beiden Fassungen eine feste Liste mit Nari, Narfi und Váli als drei Brüdern zu bilden würde ihre jeweils unterschiedliche Namensordnung übergehen.
Hinzu kommt ein weiterer Váli, der bei Snorri als Sohn Odins und Rindrs erscheint. Er gehört zur Überlieferung über die Rache für Balders Tod und darf nicht allein wegen des gleichen Namens mit Lokis Sohn verschmolzen werden. In diesem Zusammenhang ist auch Hödur eine andere Figur als der zum Wolf verwandelte Sohn Lokis. Für den Familienzweig Sigyns bleibt außerdem die unterschiedliche Genauigkeit der Angaben wichtig: Kapitel 33 nennt sie ausdrücklich als Mutter Naris beziehungsweise Narfis; Kapitel 50 bezeichnet Váli als Lokis Sohn, wiederholt aber keine Mutterzuweisung. Seine häufige Einordnung unter Sigyn sollte deshalb nicht als dort ausdrücklich ausgesprochene Angabe ausgegeben werden.
Sleipnir: Warum Loki hier die Mutter ist
Sleipnirs Geburt beginnt mit dem Bau einer Befestigung für die Asen. Ein Baumeister verlangt als Lohn Freyja sowie Sonne und Mond; die Götter knüpfen die Vereinbarung an eine kurze Frist. Auf Lokis Rat darf der Mann seinen Hengst Svadilfari zur Hilfe nehmen. Dessen außergewöhnliche Kraft bringt den Bau jedoch so schnell voran, dass die Asen ihre versprochenen Güter zu verlieren fürchten. Sie setzen Loki unter Druck, eine Lösung zu finden. Er verwandelt sich in eine Stute und lockt den Hengst vom Arbeitsort fort. Dadurch fehlt dem Baumeister die entscheidende Unterstützung, und das Werk wird nicht rechtzeitig vollendet.
Aus der Verbindung mit Svadilfari bringt Loki später ein graues, achtbeiniges Fohlen zur Welt: Sleipnir. Im Stammbaum des Loki muss deshalb die mütterliche Rolle kenntlich bleiben. Die Aussage, Loki sei ausnahmslos der Vater aller genannten Kinder, würde gerade diesen bekannten Mythos falsch wiedergeben. Svadilfari ist hier der Vater, Odin der spätere Besitzer des Pferdes. Sleipnirs herausragende Fähigkeiten verbinden ihn mit Reisen, die gewöhnlichen Reittieren verschlossen bleiben. In Snorris Erzählung über Balder trägt er Hermod in das Totenreich. So begegnet ein weiteres Kind Lokis der Herrschaft seiner Halbschwester Hel, obwohl beide aus ganz unterschiedlichen Familienzweigen und Geburtsgeschichten stammen.
Grani und die weitere Nachkommenschaft in der Heldensage
Eine Verbindung über Sleipnir hinaus bietet die Völsunga saga. In ihrem dreizehnten Kapitel sucht der junge Sigurd ein Pferd und erhält dabei Hilfe von einem alten, bärtigen Mann. Die Tiere werden zu einem Gewässer getrieben; ein grauer Hengst zeichnet sich bei der Auswahl aus. Der Fremde erklärt, dass dieses Pferd aus Sleipnirs Geschlecht stamme. Sigurd nennt es Grani, und der hilfreiche Mann erweist sich als Odin. Die Herkunft macht das Tier für die Heldengeschichte besonders: Ein außergewöhnlicher Reiter erhält ein Pferd, dessen Abstammung in die Welt der Götter und damit mittelbar auch zu Loki zurückführt.
Für eine erweiterte Genealogie ist die genaue Formulierung aufschlussreich. Der Hinweis auf Sleipnirs Geschlecht nennt in der hier herangezogenen Übersetzung keine Zahl dazwischenliegender Generationen. Grani kann daher als Angehöriger seiner Abstammungslinie erwähnt werden, ohne ihn allein aufgrund dieser Formulierung zwingend als unmittelbaren Enkel Lokis einzuzeichnen. Ebenso wenig wird Sigurd durch die Wahl dieses Pferdes zu einem Nachkommen des Gottes. Die Episode verknüpft vielmehr die Herkunft des Reittiers mit der Zukunft seines menschlichen Reiters. Wer den Stammbaum des Loki über die ausdrücklich genannten Kinder hinaus erweitert, muss deshalb zwischen einer genauen Eltern-Kind-Beziehung und einer allgemein bezeichneten Herkunftslinie unterscheiden.
Häufige Fragen zum Stammbaum des Loki
Wer sind Lokis Eltern?
Snorri Sturluson nennt Farbauti als Vater und Laufey oder Nál als Mutter. Laufey und Nál sind in dieser Darstellung zwei Namen derselben Mutter.
Ist Loki der Sohn Odins oder der Bruder Thors?
Die hier behandelten Edda-Überlieferungen nennen Loki nicht als Sohn Odins oder leiblichen Bruder Thors. In der Lokasenna erinnert Loki Odin an ihre Blutsbrüderschaft. Seine Brüder heißen bei Snorri Býleistr und Helblindi.
Wie viele Kinder hat Loki?
Häufig werden sechs Kinder genannt: Fenrir, Jörmungandr, Hel, Sleipnir, Nari beziehungsweise Narfi und Váli. Diese Zählung muss erläutert werden, weil sich die Quellen bei Nari, Narfi und Váli unterscheiden und nicht jede Mutterzuweisung gleich ausdrücklich belegt ist.
Welche Kinder haben Loki und Angrboda?
Nach der Gylfaginning sind Fenrir, Jörmungandr und Hel die drei gemeinsamen Kinder von Loki und Angrboda. Sie erscheinen als Wolf, Midgardschlange und Herrscherin eines Totenreichs.
Ist Loki Sleipnirs Vater oder Mutter?
Loki ist Sleipnirs Mutter. Er verwandelt sich in eine Stute und bringt nach der Verbindung mit dem Hengst Svadilfari das achtbeinige Pferd zur Welt. Svadilfari ist der Vater, Odin der Besitzer Sleipnirs.
Wer ist der Sohn von Loki und Sigyn?
In Gylfaginning 33 heißt ihr gemeinsamer Sohn Nari oder Narfi. Váli wird in Kapitel 50 als weiterer Sohn Lokis genannt, ohne dass die Passage seine Mutter ausdrücklich bezeichnet. Die Schlussprosa der Lokasenna verteilt die Namen Nari und Narfi anders.
Quellen und weiterführende Literatur
- Eltern, Brüder, Sigyn und die Namensvarianten: Snorri Sturluson, Edda: Prologue and Gylfaginning, herausgegeben von Anthony Faulkes, 2. Auflage, Viking Society for Northern Research, University College London, 2005; besonders Kapitel 30, 33 und 50. Wissenschaftliche Textausgabe als PDF. Ergänzend altnordischer Text, herausgegeben von Guðni Jónsson. Das kurze Snorri-Zitat ist eine eigene deutsche Übersetzung von Kapitel 33.
- Angrbodas Kinder und ihre mythologischen Rollen: Gylfaginning 34, 49 und 51. Zur fachlichen Einordnung die von Ellen Næss, Universität Oslo, verfassten Beiträge im Store norske leksikon: Fenrisulven, Midgardsormen und Hel.
- Blutsbrüderschaft und abweichende Namenverteilung: Lokasenna, besonders Strophe 9 und die Schlussprosa Frá Loka. Text und Anmerkungen von Finnur Jónsson, 1932. Für Strophe 9 ergänzend die englische Übersetzung von Henry Adams Bellows. Zur Bezeichnung als Bruder Býleistrs außerdem Völuspá, Strophe 51 in Bellows’ Zählung.
- Sleipnirs Geburt und Lokis Mutterrolle: Gylfaginning 42, zur Reise Hermods außerdem Kapitel 49. Ergänzend Ellen Næss: Sleipner, Store norske leksikon. Die Erzählung unterscheidet Loki als Mutter, Svadilfari als Vater und Odin als Besitzer des Pferdes.
- Grani und Sleipnirs Abstammungslinie: Völsunga saga, Kapitel 13, in der Übersetzung von William Morris und Eiríkr Magnússon, 1870. Volltext im William Morris Archive, University of Iowa. Die hier verwendete Formulierung bezeichnet Grani als aus Sleipnirs Geschlecht stammend.
- Wissenschaftliche Untersuchung der Überlieferungsunterschiede: Frog: Baldr and Lemminkäinen: Approaching the Evolution of Mythological Narrative through the Activating Power of Expression, Dissertation, University College London, 2010, besonders Abschnitt 3.3.1.6, S. 43, zur Schlussprosa der Lokasenna und den Namen Nari, Narfi und Váli. Universitäre Veröffentlichung als PDF.
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